Gitarrenmusik im Gewölbekeller

 

Duo Donath  am 29.10.2005

 

 

Kostbarkeiten für Violine und Gitarre

 

In der Reihe „Gitarrenmusik im Gewölbekeller“  war am Sonnabend eine seltene Instrumentenkombination zu hören : Antje Donath , Geigerin der Staatskapelle Weimar und Heiner Donath, Lehrbeauftragter für Gitarre an der Hochschule für Musik „Franz Liszt“ spielten erlesene Kostbarkeiten für Violine und Gitarre.

 

Das Duo Donath konzertiert seit 1990 erfolgreich im In- und Ausland. Sein besonderes Verdienst ist es, die Liste der Originalliteratur zu erweitern, indem es Komponisten anregt, für diese Besetzung neue Werke zu schreiben.

 

Das Konzert im Gewölbekeller brachte als gewichtigen Beitrag die Uraufführung des „Duos Nr.2,op. 121“ von Baldur Böhme (geb.1932, em.Professor der Franz Liszt Hochschule) – ein heiteres Werk, das sich auszeichnet durch sehr klare Struktur und eine Tonalität, die das Harmonische nur verlässt, wenn es die Linienführung unbedingt erfordert. Beide Instrumente sind meisterhaft geführt vom Komponisten, die Violine in quirliger Bewegung oder expressiver Kantilene, die Gitarre volltönend und absolut gleichberechtigt.

 

Als Gegenstück dazu könnte man die „Haydn- Metamorphosen“ ( 2002) von Tobias Klich

(geb.1983, Student der Komposition und Gitarre) bezeichnen.

Manchmal mit überschäumender Fantasie, dann wieder streng die Linien setzend ( ein kleines Fugato ist auch dabei ) , als flirrendes Wechselspiel beider Instrumente ein wenig respektlos alle Register nutzend, nähert er sich dem gewählten Haydn-Thema aus der Sinfonie

B-Dur, Hob.102.  Es wird original zitiert, aber sogleich wieder verfremdet.

Man kann dem jungen Komponisten den fantasievollen Umgang mit dem Tonmaterial und die virtuose Handhabung der Instrumente bescheinigen - und auf seine neuen Werke gespannt sein.

 

Eingeleitet wurde das Konzert mit einer verträumten „Cantilene“ von Napoleon Coste (1805 –

1883).

Aus der klassischen Zeit der Wiener Gitarristik spielte das Duo Donath drei Sätze der „Großen Sonate op. 3“ von Simon Molitor (1766 – 1848).

Bei dieser unterhaltsamen Musik konnte der Zuhörer sich genießend zurücklehnen, das perfekte Zusammenspiel der beiden Solisten bewundern und sich am Wohlklang von Violine und Gitarre erfreuen.

Heiner und Antje Donath bedankten sich mit einer Zugabe von Miroslav Miletic beim begeisterten Publikum.

 

                                                                                                            Monika Rost