Lange mußte das interessierte Publikum der Konzertreihe „Gitarrenmusik im Gewölbekeller“ auf einen Abend mit der Besetzung Flöte und Gitarre warten. Das „Duo Ensoleille“ mit Elizaveta Birjukova an der Flöte, sowie Eva Beneke an der Gitarre gestalteten den Jahresabschluß der Konzertreihe des Weimarer Gitarrevereins.

Zum Teil auf historischen Instrumenten musizierend, wußten beide Musikerinnen von Beginn an zu fesseln. In der ausgesprochen geschmackvollen Bearbeitung dreier Schubert-Lieder gestaltete die Flötistin die Linien sehr ausdrucksvoll, in der Phrasierung jedoch manchmal fast schon ein wenig gezügelt durch die zwar einfühlsam, tendenziell aber durchweg eher streng begleitende Gitarristin.

Wunderbar kontrastierend und dadurch erfrischend abwechslungsreich wirkte der sich anschließende Ravel. Dem Duo gelang es, über der sparsamen Begleitung die kunstvolle, erzählerisch- freie „Hebräische Melodie“ bezaubernd zur  Geltung zu bringen.

Einen musikalischen Höhepunkt des Konzerts bildeten zweifellos die drei - wiederum von Gesang/Klavier für diese Besetzung transkribierten - Lieder Manuel de Fallas, deren anrührender Mittelsatz, einem Schlaflied, von beiden Musikerinnen wirklich ergreifend interpretiert wurde.

Zu guter Letzt wurde vom Duo in der „Histoire du Tango“ von Astor Piazzolla noch einmal alles technische und gestalterische Können abverlangt. Durchaus akzentuiert gespielt, hätte der Musik hier vielleicht noch eine Spur mehr Expressivität, sowie noch mehr rhythmische Präzision im Zusammenspiel gut getan.

 

Die Konzertreihe des Weimarer Gitarrevereins wird im nächsten Jahr natürlich wieder mit interessanten Künstlern  und Besetzungen - zum Beispiel Harfe und Gitarre - fortgesetzt und hofft auf weiterhin großen Zuspruch.

 

R. Jungrichter