Ein anspruchsvolles Programm erwartete das Publikum am
vergangenen Samstag im Gewölbekeller der Stadtbücherei. Hauptsächlich
zeitgenössische Kompositionen standen im Mittelpunkt des Abends, den der
Gitarrist Heiner Donath bestritt.
Zunächst jedoch stimmte der Solist sich und das Publikum mit
einer klangvollen Konzertetüde Fernando Sors ein. Der Künstler verstand es hier
zumeist, das komplexe Geflecht der Stimmen zu entwirren und die Aufmerksamkeit
auf die Hauptmelodie zu lenken. Das danach folgende „Elogio de la sombra“ des
Kolumbianers Carlos Hidalgo geizte hingegen zwar nicht mit Klangeffekten,
wirkte aber trotz zunehmender rhythmischer Verdichtung dennoch kraftlos und
beliebig und konnte daher kompositorisch nicht recht überzeugen. Vielleicht
hätte es auch noch engagierter vermittelt werden müssen.
Zentrales Werk des ersten Teils waren die sich
anschließenden Folia-Variationen von Manuel Ponce - ein mit Thema,
vierundzwanzig Variationen und einer abschließenden Fuge sowohl vom
Ausführenden als auch vom Publikum einiges Durchhaltevermögen abverlangendes
„Monsterwerk“. Heiner Donath spielte tonschön, technisch versiert und
ausgeglichen, mitreißende Impulse virtuoser oder dynamischer Art blieben jedoch
auch hier aus, was einen gewissen Eindruck von interpretatorischer Vorsicht
erzeugte.
Im zweiten Teil aber konnte der Gitarrist dann mit Peter
Helmut Langs „Beschwörungen“ punkten. Sein Spiel wirkte jetzt wesentlich
temperamentvoller, auch sicherer und präsenter. So wurde das Abschlußstück, die
Koyunbaba-Suite des Italieners Carlo Domeniconi, nicht nur durch die
effektvoll-ungewöhnliche Skordatur zu einem ausgesprochen stimmungsvollen
Höhepunkt des Abends.
Das nächste Konzert der Reihe „Gitarrenmusik im
Gewölbekeller“ veranstaltet der Weimarer Gitarre-Verein e.V. am 19. Januar
2008. Dann gastiert das Duo Amalia in den Räumlichkeiten der Stadtbücherei.
R. Jungichter