Die Besucher der Konzertreihe „Gitarrenmusik im Gewölbekeller“ erlebten am vergangenen Samstag ein Konzert mit dem französischen Gitarristen Ludovic Le Grand. Der Künstler präsentierte ein anspruchsvolles Programm mit Werken größtenteils aus dem 20. Jahrhunderts.

Sehr stimmungsvoll gelangen gleich zu Beginn die mit Elementen der Zwölftonmusik durchwirkten, aber immer um ein tonales Zentrum schwebenden „Quatre pièces brèves“ des schweizer Komponisten Frank Martin. Le Grand interpretierte rhythmisch akzentuiert und kraftvoll. Verzeihlich, daß dabei manch schneller Lauf nuschelte, und hohe Fortissimo-Akkorde auch mal schepperten.

Die sich anschließende „Grande Ouverture“ von Mauro Giuliani bot eine schöne, wenn auch konzeptionell etwas aus dem Rahmen fallende Abwechslung, bevor die Reihe der Kompositionen aus dem letzten Jahrhundert fortgesetzt wurde.

Bis zur Pause erklang denn auch mehr oder weniger jeder nur auf dem Instrument denkbare Effekt, fast schon bis zur Abstraktion konzentriert in der nahezu ausschließlich aus Perkussionseffekten bestehenden „Percussion study“ von Arthur Kampela als letztem Stück des ersten Teils.

 

Nach der Pause folgte Lateinamerikanisches. In Astor Piazzollas „Cinco piezas“ konnte Le Grand die der Musik innewohnende rauhe Schönheit eindrucksvoll wiedergeben, indem er den Kontrast zwischen den lyrischen Passagen und den explosiven Temperamentsausbrüchen deutlich herausarbeitete.

Der Klangexperimente offensichtlich nicht überdrüssig, komplettierte der französische Gitarrist schließlich sein Konzertprogramm mit der äußerst effektvollen Sonate von Alberto Ginastera, in der er noch einmal alle Möglichkeiten seines Instruments auszureizen wußte.

R. Jungrichter