Äußerst stimmungsvolle „Saitenimpressionen“ konnten die Besucher des Konzertes am vergangenen Samstag in der Stadtbücherei erleben. Der Weimarer Gitarreverein präsentierte innerhalb seiner Veranstaltungsreihe „Gitarrenmusik im Gewölbekeller“ Mirjam Schröder an der Harfe und Maximilian Mangold an der Gitarre. Mangold, gern gesehener Gast dieser Konzertreihe und Garant für qualitativ hochwertige Konzerte, konnte sich mit seiner Duopartnerin an der Harfe wieder einmal selbst übertreffen: Das Publikum war von der überwältigenden Klangfülle dieses Duos hingerissen. Findet die Gitarre hinsichtlich der Klangentfaltung mit dem Gewölbekeller ja bereits den allerbesten Partner, wird mit der Harfe das gesamte Gemäuer in geradezu raumfüllende Schwingungen versetzt.

Mit zwei zauberhaften  Granados-Tänzen sicherten sich die beiden Musiker gleich zu Beginn die vollste Aufmerksamkeit des Publikums. Einfühlsam, weil sich dynamisch zugunsten der Gitarre völlig zurücknehmend, begleitete Mirjam Schröder, um dann in der  „Ballade“ von J. Andriessen wohltuend mühelos aus dem vollen zu schöpfen; wohltuend auch deshalb, weil im Gegensatz dazu die Gitarre gerade in der zeitgenössischen Musik im oberen Grenzbereich ihrer dynamischen Möglichkeiten doch oft recht schnell zum Übersteuern neigt. Aber in diesem Punkt verstand es Maximilian Mangold meisterhaft, sich keine Blöße zu geben - ein weiteres Zeichen seiner besonderen Klasse, denn mit dem auch im Fortissimo noch homogen-sonoren Klang der Harfenarpeggien kann die Gitarre tonlich mitunter nicht ganz mithalten.

Mangolds niveauvolles Spiel setzte sich dann auch im folgenden solistischen Teil fort.  Ausgewogen und sensibel, mit wohldosierter, niemals vordergründiger Virtuosität und großem klanglichem Gespür gerieten F. M. Torrobas impressionistisch-spanische Charakterstücke zu einem Höhepunkt des ganzen Konzertes. Mirjam Schröder stand dem in nichts nach und beeindruckte ihrerseits mit virtuosen, sehr publikumswirksamen Harfenkompositionen, bevor beide Künstler dann wieder gemeinsam musizierten und zum Abschluß, wie um das Programm abzurunden, mit zwei weiteren Granados-Bearbeitungen endeten.

Für das Publikum war dieses Konzert mit Sicherheit ein besonderes Erlebnis, und es darf davon ausgegangen werden, daß dies weiterhin ein Qualitätsmerkmal der Konzerte dieser Reihe sein wird. Die nächste „Gitarrenmusik im Gewölbekeller“ findet im September statt und verspricht jedenfalls wieder Außergewöhnliches. Dann musiziert der renommierte Gitarrist Thomas Müller-Pering innerhalb eines mit großen Namen besetzten Gitarrentrios...

R. Jungichter