Zum Jahresauftakt 2006 präsentierte am 21.01.2006 der Weimarer Gitarreverein in seiner Reihe „Gitarrenmusik im Gewölbekeller“ den mexikanischen Gitarristen Pablo Garibay. Der sympathische junge Künstler überzeugte vor nahezu ausverkauftem Haus mit einem bunten Programm. Ruhig, beinahe introvertiert interpretierte er Werke von Weiss, Dowland, Mertz, Ponce, Brouwer und José mit technischer Sicherheit und großer Ausgeglichenheit.

 

Temperamentsausbrüche waren da eher die Ausnahme. Der Künstler spielte zarte Linien, die in schnelleren Passagen auch schon mal ins Nichts eines übertriebenen pianos entschwebten. Vor der Pause konnte er jedoch mit der „Sonatina Meridional“ seines Landsmannes Manuel M. Ponce dann noch einmal dynamische Akzente setzen.

 

Der zweite Teil begann mit Leo Brouwers „Hika“, einer Hommage an den japanischen Komponisten Toru Takemitsu. Das Klangstück mit der ungewöhnlichen Skordatur erklang wiederum schwebend und leicht und hatte nur hin und wieder die Tendenz zu zerfallen, was den Gesamteindruck aber nur unwesentlich beeinträchtigte.

 

Komplettiert wurde das Konzert durch die großartige Sonate Antonio Josés, dem einzigen Gitarrenwerk dieses im spanischen Bürgerkrieg umgekommenen Komponisten. Pablo Garibay bewies auch in diesem impressionistischen und sehr traurig wirkenden Stück seine Neigung zu feinen und leisen Tönen.

 

Am Schluß dankte das Publikum mit herzlichem Applaus, und sogar der eine oder andere Bravo-Ruf war zu vernehmen.