Der Weimarer Gitarre-Verein e.V. veranstaltete am vergangenen Samstag erneut ein nicht alltägliches Konzert seiner Reihe „Gitarrenmusik im Gewölbekeller“. Ein Quartett, mit Christiane Spannhof, Thomas Müller-Pering, Olaf Van Gonnissen und Johannes Monno hochkarätig besetzt, gab sein Debut vor zahlreich erschienenem Publikum.

Im ersten Teil erklangen neben der den Abend eröffnenden und auf teilweise originalen Instrumenten gespielten Haydn-Bearbeitung auszugsweise auch die zum Standardrepertoire gehörenden „Estampas“ von F. Moreno-Torroba, sowie in verkleinerter Besetzung ein unterhaltsames Diabelli-Trio und ein pfiffiger Baião des unter Fachpublikum wohlbekannten Brasilianers P. Bellinati. Hochkonzentriert, aber mit sichtlicher Spielfreude musizierten die sympathischen Künstler in der jeweiligen Formation. Gleichwohl erschien bisweilen die Balance zwischen den Stimmen mitunter nicht ganz homogen, und vor allem der Bellinati hätte darüber hinaus vielleicht sogar noch etwas mehr Biss und rhythmische Präzision vertragen können.

Wirkte der erste Teil in puncto Programmwahl noch leicht unrund, konnte der zweite Teil dem erwartungsgemäß hohen Anspruch dieses so prominent besetzten Ensembles erst richtig gerecht werden. Hier lief das Quartett zu Höchstform auf und verblüffte vor allem in den „Opals“ des Australiers P. Houghton mit unkonventionellen, die Musik bereichernden Einfällen und Ideen. So verließen die vier Musiker für den Mittelsatz die Bühne, verteilten  sich im Raum und erzeugten beim Publikum durch den nunmehr aus unterschiedlichen Richtungen eintreffenden Klang einen reizvollen Surround-Effekt. Mit zwei der wohl mitreißendsten Tangos A. Piazzollas beendete das Quartett das Programm, einmal mehr die Qualitäten der Gitarre als Ensembleinstrument aufzeigend.

Das nächste Konzert findet im Rahmen des „Herbstkurses für junge Gitarristen und Gitarrepädagogen“ Ende Oktober statt. Dann spielt das Duo Alma aus Frankreich in den Räumlichkeiten der Stadtbücherei.

R. Jungichter