Das Jahresauftaktkonzert der Veranstaltungsreihe
„Gitarrenmusik im Gewölbekeller“ des Weimarer Gitarrevereins bestritt am
vergangenen Samstag der argentinische Gitarrist und Komponist Sebastian
Zambrana. Der vielseitige Musiker, der in seiner Heimat neben seiner
klassischen Ausbildung auch Komposition, Jazz und Improvisation studierte,
gestaltete den Abend mit eigenen Werken.
Bereits das Eröffnungsstück machte neugierig auf alles Kommende.
Zambrana erfüllte den Gewölbekeller mit ruhigen, fast meditativen Klängen,
erzeugt durch einen Teppich aus schnellen Tonrepetitionen und Arpeggios. Im
Stil ein wenig an den brasilianischen Komponisten Egberto Gismonti erinnernd, schöpfte
die Komposition die klanglichen Besonderheiten des Instruments auf effektvolle
Weise aus. Ein kleines Bach-Zitat gegen Ende fügte sich wie von selbst ein und
ließ das Publikum schmunzeln.
Auch im weiteren Verlauf des Konzertes konnte man die
kompositorische Handschrift des Argentiniers gut heraushören. Die improvisierend
anmutenden Melodiefragmente, unaufdringlich-jazzige Harmonien und eine ebenso
unaufdringliche Dynamik ließen die Stücke jedoch einander immer mehr gleichen. Trotz
rhythmischer Impulse fehlte bisweilen einfach mal ein durchgehender „Groove“. Der
sympatisch wirkende Gitarrist spielte jedoch seine technisch sehr
anspruchsvolle Musik mit großem Engagement und handwerklichem Können und
verdiente sich auf diese Weise am Ende des Konzerts eine Zugabe, die noch
einmal zu einem Höhepunkt des Abends wurde.
R. Jungrichter