Am vergangen Samstag lud der Weimarer Gitarre-Verein zu einem Lautenkonzert in den Gewölbekeller der Stadtbücherei ein. Der Berliner Lautenist Frank Pschichholz, der u. a. an der Leipziger Musikhochschule historische Zupfinstrumente unterrichtete, spielte Werke von J. Dowland, J.H. Kapsberger und G.P. Foscarini.

Der kühle Gewölbekeller erwies sich als idealer Ort, den hochsommerlichen Temperaturen und dem Lärm der Stadt für gut zwei Stunden zu entfliehen und den filigranen, aber keineswegs leisen Klängen der Laute zu lauschen. Mit seiner feinsinnigen Spielweise verzauberte Frank Pschichholz das eher kleine Publikum auf seiner musikalischen Reise durch das Europa des 16./17. Jahrhunderts.

Der erste Teil führte den Zuhörer an den englischen Hof der Königin Elisabeth, in deren Umfeld John Dowland als der zu damaliger Zeit wohl berühmteste Lautenist Europas wirkte. Der Künstler stellte Textgrundlagen der einzelnen Werke vor, flocht  biographische Daten Dowlands ein und kommentierte die zum Teil von tiefer Melancholie geprägte Musik. Die adäquate Umsetzung auf dem historischen Instrument ließ denn auch nichts zu wünschen übrig.

 

 

Konzert 28.6.05
Nach der Pause ging die Reise weiter nach Italien. Frank Pschichholz spielte nun größtenteils auf der Barockgitarre, die Musik wurde freundlicher, durch die Schlagtechnik sogar fast volkstümlich. Der Musiker beherrschte auch diesen Stil überzeugend, wobei der musikalische Gehalt der zum Teil simplen Akkordverbindungen nicht unbedingt das Niveau des ersten Teiles erreichte, aber durch das Musizieren auf dem barocken Inrument mit seinem besonderen Klang eine gewisse Faszination auf das Publikum ausübte.

Alles in allem ein lohnenswerter Abend nicht nur für Liebhaber der sogenannten Alten Musik, sondern für jeden musikbegeisterten Zuhörer mit Interesse für das Besondere.