Nach der langen Sommerpause lud der Weimarer Gitarreverein wieder einmal zum Gewölbekellerkonzert ein. Zu Gast war diesmal der mehrfach preisgekrönte finnische Gitarrist Juuso Nieminen, der dem zahlreich vertretenen Publikum ein ausgezeichnetes Konzert bot. Mit brillianter Technik und einem feinen Gespür für große musikalische Bögen interpretierte der 1979 geborene Solist Werke von J.S. Bach, M.M. Ponce, J. Rodrigo sowie C. Domeniconi.

 

Schon im Bach zeigte sich die bewunderungswürdige Fähigkeit des Finnen, dem Werk jene schnörkellose Leichtigkeit zu geben, die so manch andere ambitionierte Bach-Interpretation vermissen läßt. Auch weiterhin konnte der Künstler mit angenehm unspektakulärer, souverän und klangvoll gespielter Musik überzeugen.

 

Den Höhepunkt des Konzertes stellte zweifellos die Sonata III des mexikanischen Komponisten M. Ponce dar. Der Gitarrist verstand es, mit geradezu pianistischem Klang die mächtigen Akkorde des ersten Satzes in Kontrast zur schlichten, aber filigran kontrapunktierten Kantilene des Mittelsatzes zu bringen und mit dem virtuosen Rondo glaubwürdig abzuschließen.

 

Damit liegt die Meßlatte für alle folgenden Konzerte dieser Saison sehr hoch, und man darf gespannt sein, wie die Interpreten diese Herausforderung meistern werden.

Konzert 8.10.05